DIGITALE WELT Die Fähigkeit, selbstorganisiert, kreativ und agil zu handeln, wird immer wichtiger. Diese Kompetenzen müssen durch eine geeignete Unternehmenskultur und durch kontinuierliches Lernen gefördert werden. Kompetenzen wie Problemlösungsfähigkeiten, kritisches Denken und emotionale Intelligenz sind entscheidend, um in einer sich ständig verändernden Arbeitsumgebung erfolgreich zu sein. Werte wie Integrität, Verantwortung und Kundenorientierung bilden die Grundlage für diese Kompetenzen und müssen in der Unternehmenskultur fest verankert sein. Dies gilt im Bereich der Finanzdienstleistungen umso mehr, da das Vertrauen von Kunden bei sensiblen Kaufentscheidungen eine besondere Rolle spielt. Einsatz von Plattformen und KI in der Weiterbildung Die digitale Transformation verändert nicht nur Geschäftsmodelle, sondern auch die Art und Weise, wie Mitarbeitende lernen und sich weiterentwickeln. Konzepte wie „Future Learning“ setzen auf digitale Tools und Plattformen, um Ler- nen in den Arbeitsprozess zu integrieren. Dies ermöglicht eine personalisierte und selbstorganisierte Entwicklung der Mitarbeitenden. Digitale Lernplattformen bieten eine Vielzahl von Lernmaterialien, die auf die individuellen Bedürfnisse und Präferenzen der Mitarbeitenden zugeschnitten sind. Sie ermöglichen es den Mitarbeitenden, jederzeit und überall auf Lerninhalte zuzugreifen und ihre Lernfortschritte selbst zu steuern. Dies fördert nicht nur das selbstorganisierte Lernen, sondern erhöht auch die Motivation und das Engagement. Unternehmen müssen flexible Strukturen schaffen, die es den Mitarbeitenden ermöglichen, schnell auf Veränderungen zu reagieren. Dies erfordert ein agiles Mindset und die Bereitschaft, ständig neue Methoden und Ansätze zu erlernen und anzuwenden. Kompetenzmanagement und Werteorientierung Ein effektives Kompetenzmanagement ist unerlässlich, um die benötigten Fähigkeiten und Haltungen zu entwickeln. Werte wie Eigenverantwortung, Innovationsbereitschaft und Teamarbeit bilden die Grundlage dafür. Diese Werte müssen im täglichen Arbeitsprozess gelebt und kontinuierlich gefördert werden. Kompetenzmanagement umfasst die Identifizierung der erforderlichen Kompetenzen, die Bewertung der bestehenden Fähigkeiten der Mitarbeitenden und die Entwicklung gezielter Maßnahmen zur Förderung dieser Kompetenzen. Dies kann durch individuelle Entwicklungspläne, Mentoring-Programme und praxisorientierte Trainings erfolgen. Werte und Kompetenzen sind dabei eng miteinander verknüpft: Werte geben die Richtung vor, in die sich Mitarbeitende entwickeln sollen, und Kompetenzen sind die Fähigkeiten, die sie benötigen, um diese Werte in die Praxis umzusetzen. Die Zukunft des Vertriebs von Finanzdienstleistungen wird maßgeblich durch die digitale Transformation und neue Geschäftsmodelle geprägt. Werte und Kompetenzen sind hier ein entscheidender Schlüsselfaktor, um erfolgreich zu sein. Über den Autor Prof. Dr. Werner Sauter ist Wissenschaftlicher Leiter und Senior Consultant der Swiss Connect Academy Deutschland GmbH (https://swiss-connect-academy.de/). Er entwickelt Führungskräfte sowie Learning Professionals und ist Fachbuchautor für Werte- und Kompetenzmanagement. Regelmäßig beleuchtet er die aktuellen Entwicklungen im Corporate Learning in seinem Blog https://swiss-connectacademy.de/blog/. 52 07-24 | expertenReport
Auswirkungen des Wachstumschancengesetzes auf das Rechnungswesen Die E-Rechnung: Pflicht und Chance zugleich Mit dem Beschluss des Wachstumschancengesetzes sind Rechnungen auf Papier oder als PDF angezählt: Ab dem neuen Jahr müssen Rechnungen, die Unternehmer anderen Firmen stellen, in einem strukturierten elektronischen Format ausgestellt, übermittelt und empfangen werden. Für das Rechnungswesen bringt diese Vorgabe einige grundlegende Veränderungen mit sich. Jedoch sollten Unternehmen das Wachstumschancengesetz nicht als reine Pflichtaufgabe betrachten, sondern vor allem die Chancen in der Umsetzung erkennen und nutzen. Bild: © Sikov - stock.adobe.com Im März dieses Jahres haben Bundestag und Bundesrat dem Wachstumschancengesetz zugestimmt, mit dem die deutsche Wirtschaft gestärkt und bürokratische Hürden abgebaut werden sollen. Das Gesetz sieht unter anderem verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten und eine Verbesserung des steuerlichen Verlustabzugs vor sowie die Einführung der E-Rechnung: Ab dem 1. Januar 2025 müssen Unternehmen demnach Rechnungen im Bereich B2B in einem elektronischen Format ausstellen und empfangen, das der EU-Norm EN 16931 entspricht. Die Papierrechnung hat dann ausgedient und auch andere digitale Rechnungen wie PDF-Dateien sind dann nicht mehr zulässig. Vorgeschrieben ist nämlich ein standardisiertes Datenformat; häufig handelt es sich bei elektronischen Rechnungen um XML-Dateien. Es gelten zwar bestimmte Übergangsregelungen, nach denen B2B-Rechnungen auch 2025, 2026 und mitunter auch 2027 noch als Papieroder PDF-Rechnung verschickt werden dürfen, spätestens 2028 ist die E-Rechnung aber obligatorisch. → expertenReport | 07-24 53
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